Guinea


Hier ein paar Fakten zu Guinea: Bevölkerung 8 Mio. Lebenserwartung 47 Jahre. Pro-Kopf-Einkommen 530 US$ (im Jahr). Säuglingssterblichkeit 115 pro 1000 Geburten. Hauptstadt: Conakry

Landessprachen: Offiziell Französisch, daneben nationale Sprachen (Peul, Malinke, Soussou u.a.)

Wirtschaft: Guinea gehört zu den ärmsten und industriell am wenigsten entwickelten Länder Afrikas. Die sozialistisch ausgerichtete Wirtschaft wurde nach dem Tode Toures 1984 schrittweise liberalisiert.

Kurzinfos: Eigentlich ist Guinea ein von der Natur üppig bedachtes Land: unter der Erde schlummern reichlich Bodenschätze (Bauxit, Diamanten, Gold, Eisenerz) und die Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft sind hervorragend (tropisch wechselndes Klima, gemäßigt im Hinterland). Doch Guinea ist auf Entwicklungshilfe angewiesen. Die Industrie ist schwach entwickelt, eine Infrastruktur kaum vorhanden. Am 2. Oktober 1958 hatte Guinea als erstes Land in Westafrika per Volksentscheid seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangt. Doch als Strafe strich Paris alle Wirtschaftshilfen und zog sofort die Verwaltung und sämtliche Experten ab. Der jungen Staat experimentierte daraufhin mit dem Sozialismus. Die Sowjetunion bot ihre Hilfe an. Und die hatte ihren Preis: Guinea mußte sein wichtigstes Exportgut, das Bauxit, weit unter Weltmarktpreis an den großen Bruder verkaufen. Präsident Ahmend Sekou Toure herrschte in diktatorischen Stil und betrieb die politische Verfolgung so brutal, daß Guinea bald "Gulag der Tropen" genannt wurde. 2 Millionen Bürger verließen ihre Heimat. Nach dem Tode Toures 1984 putschte das Militär. Lansana Conte wurde neuer Präsident - für das Volk blieb alles beim alten. 4 Jahre später, 1988, kam es zu blutigen Aufständen gegen das Militärregime, die den Übergang zu einer zivilen Herrschaft und einem Mehrparteiensystem einleiteten. Doch Conte hielt sich zunächst als Präsident des "Übergangskomitees für den nationalen Wiederaufbau" im Amt und ging 1993 gar als erster "frei gewählter" Staatspräsident aus offenbar manipulierten Wahlen hervor. Er gewann auch die Wahlen 1995 und ernannte im Juli 1996 Sidia Toure zum ersten Premierminister des Landes. Conte behielt weiterhin erhebliche Vollmachten, die ihm die Fortsetzung der Diktatur unter einem demokratischen Deckmantel gestattete. Oppositionelle, Journalisten und Streikorganisationen werden immer wieder ohne gesetzliche Grundlage verhaftet und mißhandelt.

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